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LE05: Außerschulisches Lernen / Exkursionen
Obwohl auf fachdidaktischer Ebene immer wieder betont wird, dass Exkursionen eines der zentralen Potentiale des Geographieunterrichts sind, verwundert der geringe Stellenwert in der Schulpraxis und das Bild, das in der Öffentlichkeit von diesen „Fahrten ins Blaue“ besteht. Exkursionen werden oftmals überblicksartig durchgeführt, in der ausschließlich die Wiedererkennung eines theoretisch im Unterricht behandelten Sachverhaltes im Vordergrund steht. Die sich hieraus ergebene zentrale Kritik besteht darin, dass sie eher als touristische Unternehmungen einzuordnen sind, als dass sie dazu beitragen den Schülern einen wissenschaftlich fundierten Einblick in das „Funktionieren der Welt“ zu liefern.
Für eine gelingende Exkursion bedarf es einer gründlichen Planung und einer abschließenden Reflexion, da die Exkursionen das sinnliche Erleben mit kognitivem Nachdenken verbinden soll. Das kognitive Benennen von Dingen, das Äußern von Vermutungen und das Erklären von Zusammenhängen sind gewohnte Abläufe. Sinnliche Erlebnisse hingegen sind schwer zu fassen. Aufgabe der Exkursionsdidaktik ist es, über diese schwer zu fassenden, sinnlichen Erlebnisse zum Erkenntnisgewinn zu gelangen. Dabei ist eine der Herausforderungen, das sinnlich Erlebte mit dem rationalen Erkennen in ein sinnvolles Verhältnis zu setzen.
Inhalte dieser Lerneinheit
- Außerschulisches Lernen: historisch betrachtet
- Orte mit und ohne Bildungsauftrag
- Die drei „Klassiker“ der Exkursionsdidaktik
- Checkliste zur Beurteilung und Konzeption von Exkursionen
- Praktisches Beispiel: „Gesteine als Spiegelbild gesellschaftlicher Verhältnisse“
Voraussetzungen für diese Lerneinheit
- Keine
Lernergebnisse und Kompetenzen
Nach dieser Lerneinheit können Sie…
- drei Formen von Exkursionen nennen
- die drei Formen von Exkursionen hinsichtlich ihres Potenzials zum konstruktivistischem Erkenntnisgewinn bewerten
- Leitfragen für die Vorbereitungs-, Durchführungs- und Nachbereitungsphase von Exkursionen zielgerichtet formulieren
- die Vor- und Nachteile bzgl. der Durchführung einer Exkursion gegeneinander abwägen
- Kriterien für die Auswahl eines geeigneten außerschulischen Lernorts ableiten
Vorlesungsfolien
Die VL-Folien finden Sie als PDF-Dokument und Screencast im entsprechenden Olatordner.
Literatur für diese Lerneinheit
Hemmer, M. und R. Uphues (2009): Zwischen passiver Rezeption und aktiver Konstruktion. Varianten der Standortarbeit aufgezeigt am Beispiel der Großwohnsiedlung Berlin-Marzahn. In: Dickel, M und G. Glasze (Hrsg.): Vielperspektivität und Teilnehmerzentrierung – Richtungsweiser der Exkursionsdidaktik. Praxis Neue Kulturgeographie Bd. 6. Berlin. S. 39-51. (siehe Olat)
LE05: Geographische Fachkonzepte & Systemisches Denken
Der Grundgedanke des systemischen Denkens besteht in der Abkehr vom einfachen Ursache-Wirkungs-Denken und linear-kausalen Lösungsstrategien hin zu einem Denken, das nicht nur die Rückwirkungen auf die Ursache erkennt, sondern auch die indirekten Wirkungen, d.h. die Folgen der Folgen, und somit die komplexen Zusammenhänge zwischen Teilsystemen erfasst.
Das Syndromkonzept, das die Probleme des globalen Wandels auf eine überschaubare Zahl typischer Muster von Kausalbeziehungen an der Mensch-Umwelt-Schnittstelle beschreibt, bietet eine Möglichkeit, im Hinblick auf konkrete Umweltprobleme, die Vielfalt der Einflussfaktoren zu erfassen, sie zu ordnen und sie in ein Beziehungsgeflecht der verschiedenen Bereiche der Natur- und Anthroposphäre einzugliedern sowie die jeweiligen Kernmechanismen der Umweltprobleme herauszuarbeiten und Lösungen zu diskutieren.
Inhalte dieser Lerneinheit
- Vernetztes bzw. systemisches Denken im Sachunterricht
- Erstellung von Beziehungsgeflechten
- Charakteristika des Syndromkonzeptes
- Analyse des Sahel-Syndroms
- Umsetzung des systemischen Denkens im Unterricht
Voraussetzungen für diese Lerneinheit
- Keine
Lernergebnisse und Kompetenzen Nach dieser Lerneinheit können Sie…
- die Vorteile des systemischen Denkens erläutern
- ein Beziehungsgeflecht erstellen
- die Charakteristika des Syndromkonzeptes erläutern
- die verschiedene Wechselwirkungen zwischen den Symptomen des Sahel-Syndroms erklären
- die Verwendung des systemischen Denkens im Unterricht bewerten
Vorlesungsfolien/Screencasts
Die UE-Folien und die UE-Aufzeichnung finden Sie in den entsprechenden Olatordnern. Zudem finden Sie hier auch noch mal ein Erklärvideo zum Thema Syndromkonzept: LernBar Kurs Syndromkonzept.
Basisliteratur (siehe Olat)
Krings, T. (2014): Syndromansatz. In: Rolfes M. & A. Uhlenwinkel (Hrsg.): Metzler Handbuch 2.0 Geographieunterricht. Ein Leitfaden für Praxis und Ausbildung, Braunschweig: Westermann, S.514-521.
Mehren, R., Rempfler, A. & Ulrich-Riedhammer, E. M.(2014). Denken lernen in Zusammenhängen. Systemkompetenz als Schlüssel zur Steigerung der Eigenkomplexität von Schülern. Praxis Geographie, 4, S. 4-8.