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T02: Kokonstruktion & Peer-Feedback
Kokonstruktion in der Lehrkräftebildung
Kokonstruktion bezeichnet im bildungstheoretischen Kontext das gemeinsame, aktive Erarbeiten von Wissen und Bedeutung durch mehrere Personen in einem sozialen Interaktionsprozess. In der Lehrkräftebildung wird Kokonstruktion insbesondere im Rahmen kooperativer Lernformen, kollegialer Fallbesprechungen oder gemeinsamer Unterrichtsplanung genutzt, um die Professionalisierung angehender Lehrkräfte zu fördern. Dabei geht es nicht nur um das Teilen von Wissen, sondern um das gemeinsame Erzeugen von neuen Erkenntnissen – basierend auf unterschiedlichen Perspektiven, Erfahrungen und Expertisen.
Zentrale Elemente der Kokonstruktion sind:
- Gegenseitige Aushandlung von Bedeutung
- Dialogische Lernprozesse
- Reziproke Unterstützung
- Reflexive Kommunikation
In dieser Übung spielt Kokonstruktion bei der Planung der Standorte am Campus Westend eine Rolle: Die Gruppenmitglieder bringen unterschiedliche Perspektiven auf Lernziele, Raumwahrnehmung und didaktische Konzepte ein, die im Austausch zu tragfähigen Konzepten führen können. In diesem Sinne ist Kokonstruktion wesentlich mehr als die Arbeitsteilung in einer Gruppe.
Aufgabenstellung:
- Versetzten Sie sich zurück in eine Situation, z. B. in einem Praktikum oder in einem Seminar, in der Sie kokonstruktiv mit anderen Studierenden oder Lehrpersonen zusammengearbeitet haben. Was war hilfreich, was herausfordernd?
Peerfeedback unter Studierenden
Peerfeedback bezeichnet Rückmeldungen unter gleichgestellten Lernenden über Lernprodukte oder Lernprozesse. Es ist eine Form der kooperativen Lernunterstützung, die sowohl den Feedback-Gebenden als auch den Feedback-Empfangenden Lernfortschritte ermöglicht. Durch Peerfeedback übernehmen Studierende eine aktive Rolle im Bewertungs- und Lernprozess und entwickeln metakognitive Fähigkeiten, Kritikfähigkeit und Reflexionskompetenz.
Für wirksames Peerfeedback sind folgende Prinzipien zentral:
- Konstruktivität und Wertschätzung
- Transparente Kriterien
- Dialogische Rückmeldung
- Feedback als Lernchance, nicht als Bewertung
Im Kontext der Entwicklung des Standorts am Campus Westend werden Sie im 8. Tutorium einer anderen Gruppe ein Peerfeedback geben, um die Qualität der Standortausarbeitung zu verbessern, unterschiedliche Perspektiven auf das ausgearbeitete Konzept einzubinden und die Selbstreflexion anzuregen.
Aufgabenstellung:
- Entwickeln Sie auf Basis der oben erläuterten Prinzipien und der Planungsmatrix ein Feedback-Raster, das Sie für die Rückmeldung an eine andere Gruppe nutzen möchten.