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T06: Visualisierungen und sinnliche Impulse auf Exkursionen

Audiovisuelle und weitere sinnliche Elemente können die Ansprache im Gelände unterstützten, sofern sie als Impulsgeber eingebracht werden. Der Einsatz ist dann am effektivsten, wenn er den Gang ins Gelände ergänzt. Diesbezüglich gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten: Fotos, Literatur in allen Varianten und Posts in sozialen Netzwerken. Zeitgenössische Urkunden, Zeitungsartikel oder Korrespondenzen. In Kunst verarbeitete Ereignisse und Geschichten. Straßenschilder, Statuen, Denkmäler und Gedenktafeln. Kulinarische Spezialitäten und Kuriositäten zum Probieren. Musik, Tonbandaufnahmen oder Radiomitschnitte. Youtube-Videos und Filmausschnitte. Modelle und Miniaturen. Baupläne, Stadtpläne und Karten. Luftbilder und digitale Karten. Webseiten und Wikipediaeinträge. Google Rezensionen, Hashtags und soziale Netzwerke. Storymaps, d.h. digitales kartenbasiertes Storytelling. Nicht alles muss man mitbringen. Manches findet man am Standort, manches ist im Netz zugänglich und kann von den Teilnehmenden mit dem Smartphone vor Ort im Sinne einer augmentierten Realität erkundet werden. Jeder Ort hat seine Geschichte. Aufgabe des/der Guide ist es, den Teil dieser Geschichte herauszuarbeiten, der zur Problemstellung an dem Standort passt und diesen wiederum mit spannenden und passenden Materialien anzufüttern, die die Erzählung unterstützen und nicht von dieser ablenken.

Aufgabenstellung

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Diese Redewendung trifft besonders auf Fotos, Karten und Diagramme zu, die in der Lage sind, die Aufmerksamkeit der Teilnahmer*innen zu fokussieren, Wesentliches zu verdeutlichen, Orientierungshilfen zu geben und zu Stellungnahmen und Reaktionen zu ermuntern. Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, wie wir diese visuellen Hilfsmittel nutzen können. Die folgenden Aufgaben werden Sie dazu befähigen verschiedene Visualisierungstechniken anzuwenden.

Teil I: Visualisierung
  1. Setzen Sie sich mit den untenstehenden Tipps und Kniffen für Visualisierungen und den „Dont's“ auseinander.
  2. Erläutern Sie welche Vorteile Fotos und Karten zur visuellen Anreicherung einer „wohlfeilen Ansprache im Gelände“ bei einer teilnehmer*innenorientierten Exkursion haben.
  3. Wählen Sie einen Alltagsgegenstand aus (z. B. ein Straßenschild, ein Denkmal oder ein Wappen), der an Ihrem Standort zu finden ist und erklären Sie, wie dieser Gegenstand in die „geographische Erzählung“ des Standorts integriert werden kann.
Teil II: Sinnliche Impulse
  1. Setzen Sie sich mit der untenstehenden Übersicht mit den Möglichkeiten sinnlicher Impulse auf einer Exkusion sowie deren Handhabung auseinander.
  2. Erarbeiten Sie einen „sinnlichen“ Impuls im Zusammenhang mit Ihrem Standort. Welcher Impuls würde sich eignen, was benötigen Sie zur Vorbereitung und wie sollte man mit dem Impuls in der Gruppe umgehen?
  3. Recherchieren Sie mit Hilfe von Hashtags in den sozialen Medien nach drei Posts, die sich auf Ihren gewählten Standort oder den Campus Westend beziehen. Eröffnen die von Ihnen ausgewählten Posts Diskussionsanlässe an Ihrem Standort?
Übersicht Visualisierungen
  • Fotos, Stiche, in Kunst verarbeitete Ereignisse
  • (digitale) Karten, Stadtpläne, Skizzen, Luftbilder
  • alte Dokumente, Verzeichnisse, Urkunden
  • Statistiken, Diagramme
  • Straßenschilder, Statuen, Denkmäler, Gedenktafeln
  • Gesteinsformationen, Pflanzen
  • Modelle, Miniaturen
Tipps und Kniffe für Visualisierungen auf Exkursionen
Impuls Handhabung
Karten möglichst klare Ausschnitte wählen, sollten einfach und schnell zu überblicken sein, Quelle angeben
Fotovergleich Perspektive des Fotos sollte mit der Blickrichtung der Gruppe übereinstimmen; Aufnahmejahr aufschreiben; ggf. auf Standpunkt der Gruppe hinweisen
Karikaturen Quelle angeben
Diagramme sprechende Farben; klare und einfache Darstellung
Zeitperioden je Epoche unterschiedliche Farben verwenden
„Spurenlesen“ Einbezug alltagsweltlicher Gegenstände wie Straßenschilder, Denkmäler, Wappen
Zeitungsausschnitte; Flugblätter mit Quellenangabe und Erscheinungsdatum zeigen, Kernaussagen vorlesen, ggf. verschiedene Positionen anhand verschiedener Artikel/Flugblätter darstellen
Amtliche Texte (z. B. Gesetze) Kernaussagen auf Textdiagramm, DIN A 3, Quellenangabe
Mit Kreide auf Asphalt zeichnen leuchtende, selbstsprechende Farben; möglichst dunkler Asphalt als Untergrund
Historische Originale/Modelle im Museum lohnt sich der Zeitaufwand in Relation zum Nutzen für das Thema des Rundgangs? Kann die ganze Gruppe das Objekt sehen?

Quelle: Glasze, G. & F. Weber (2012): Exkursionsdidaktik. Erlanger Skripte zum Geographiestudium Bd. 2, Erlangen: Institut für Geographie, S.19.

Dont`s bei Visualisierungen
  • kleinteilige Sachverhalte, die höchstens die erste Reihe erkennen kann, visuell darstellen
  • sagen: „Wie ihr hier erkennen könnt …“, wenn kaum jemand etwas entziffern kann
  • Materialien „herumgeben“ – dies lenkt die Aufmerksamkeit von Ihren Impulsen bzw. den zentralen Diskussionen ab
  • Inhalte zeigen, die nicht angesprochen werden
  • keine Quellen angeben

Quelle: Glasze, G. & F. Weber (2012): Exkursionsdidaktik. Erlanger Skripte zum Geographiestudium Bd. 2, Erlangen: Institut für Geographie, S.18.

Übersicht "sinnliche" Impulse auf Exkursionen
Impuls Handhabung
Belletristik vorlesen ruhige Orte, nach Möglichkeit mit Sitzmöglichkeit aufsuchen,
Quelle angeben
Musik vorspielen z. B. Liedgut über bestimmte Stadtteile, über lokale historische Ereignisse, über
Lokalpersönlichkeiten, ruhige Orte – nicht andere Leute stören
Probieren z. B. Weinprobe, Trauben, Früchte, Pflanzen aller Art: auf Verträglichkeit achten
Tasten z. B. Baumstämme, Baumaterialien, Barfußpfade: ggf. Reinigungsmöglichkeiten
beachten
Proben (Wasser/Boden) analysieren nur möglich, wenn es schnell, zuverlässig und unkompliziert geht sowie anschaulich präsentiert wird (für die ganze Gruppe Ergebnis sichtbar)
Eigenaktivität fordern
(Sammeln, Zählen,
kurze Passanten-
befragungen)
präzise, eindeutige „Arbeitsanweisungen“ geben; Zeitaufwand nicht unterschätzen; wie werden die Ergebnisse verwendet?
Modellieren für alle Teilnehmer*innen sichtbar

Quelle: Glasze, G. & F. Weber (2012): Exkursionsdidaktik. Erlanger Skripte zum Geographiestudium Bd. 2, Erlangen: Institut für Geographie, S.19.

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