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courses:studierende:l:ps-raumsoz:lerneinheit:le04

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courses:studierende:l:ps-raumsoz:lerneinheit:le04 [2018/10/17 21:04] – [Materialien] uweschcourses:studierende:l:ps-raumsoz:lerneinheit:le04 [2024/02/19 17:33] (aktuell) maob
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-====== LE04: Räumliche Sozialisation II ======+===== LE04: Räumliche Sozialisation II =====
  
 In dieser Lerneinheit lernen Sie verschiedene Methoden der Sozialraumanalyse kennen, die sich als Instrumente in der (partizipativen) städtischen Jugendarbeit auf Quartiers- und Stadtteilebene etabliert haben.  In dieser Lerneinheit lernen Sie verschiedene Methoden der Sozialraumanalyse kennen, die sich als Instrumente in der (partizipativen) städtischen Jugendarbeit auf Quartiers- und Stadtteilebene etabliert haben. 
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 ==== Einführung in die Methoden der Sozialraumanalyse ==== ==== Einführung in die Methoden der Sozialraumanalyse ====
  
-Das sozialräumliche Konzept ermöglicht es, die räumliche Umgebung unter dem Gesichtspunkt sozialen Handelns zu untersuchen. Wie aus [[courses:studierende:l:ps-raumsoz:lerneinheit:le03|LE03]] bekannt, ist "mit 'Sozialraum' nicht nur ein sozialgeografisch begrenzter Raum, wie z. B. ein Stadtteil oder eine Region gemeint. Spricht man vom Sozialraum, so bezieht sich das auf einen sozial konstruierten Raum: einen Lebensraum und sozialen Mikrokosmos, in dem sich gesellschaftliche Entwicklungsprozesse manifestieren […]. Der soziale Raum definiert sich ständig neu, von den virtuellen Räumen hin zur gelebten Nachbarschaft, von der globalen Dimension hin zur überschaubaren Lebenswelt" (Hofinger 2018: o.S.). Frank Eckardt, Professor für Sozialwissenschaftliche Stadtforschung der Bauhaus-Universität Weimar, versteht Sozialraum hingegen wie folgt: „Für uns sind Sozialräume Orte, an denen Menschen auf die eine oder andere Weise zusammen leben. Sozialräume sind von daher keine funktional zu definierenden Räume, die sich etwa von Wohnräumen, Verkehrsflächen oder wirtschaftlich genutzten Orten abgrenzen lassen. An allen diesen Orten leben Menschen mit anderen zusammen und haben diese für sie eine Bedeutung. Aus diesem Grunde können potentiell alle Orte Teile meines Sozialraums sein, wenn diese für mein Leben mit anderen wichtig sind. Der Wohnraum kann weniger wichtig sein, weil dort keine sozialen Kontakte bestehen, als beispielsweise die Tankstelle oder der Sportverein. Sozialräume überschreiten von daher die Grenzen eines geographisch-physischen Ortes und seine Funktionalität” (Eckardt 2015: o.S.). +Wie aus [[courses:studierende:l:ps-raumsoz:lerneinheit:le03|LE03]] bekannt, ist "mit 'Sozialraum' nicht nur ein sozialgeografisch begrenzter Raum, wie z. B. ein Stadtteil oder eine Region gemeint. Spricht man vom Sozialraum, so bezieht sich das auf einen sozial konstruierten Raum: einen Lebensraum und sozialen Mikrokosmos, in dem sich gesellschaftliche Entwicklungsprozesse manifestieren […]. Der soziale Raum definiert sich ständig neu, von den virtuellen Räumen hin zur gelebten Nachbarschaft, von der globalen Dimension hin zur überschaubaren Lebenswelt" (Hofinger 2018: o.S.). Frank Eckardt, Professor für Sozialwissenschaftliche Stadtforschung der Bauhaus-Universität Weimar, versteht Sozialraum hingegen wie folgt: „Für uns sind Sozialräume Orte, an denen Menschen auf die eine oder andere Weise zusammen leben. Sozialräume sind von daher keine funktional zu definierenden Räume, die sich etwa von Wohnräumen, Verkehrsflächen oder wirtschaftlich genutzten Orten abgrenzen lassen. An allen diesen Orten leben Menschen mit anderen zusammen und haben diese für sie eine Bedeutung. Aus diesem Grunde können potentiell alle Orte Teile meines Sozialraums sein, wenn diese für mein Leben mit anderen wichtig sind. Der Wohnraum kann weniger wichtig sein, weil dort keine sozialen Kontakte bestehen, als beispielsweise die Tankstelle oder der Sportverein. Sozialräume überschreiten von daher die Grenzen eines geographisch-physischen Ortes und seine Funktionalität” (Eckardt 2015: o.S.). 
 Vor diesem Hintergrund ist es das Ziel "sozialräumlicher Verfahren […], Verständnis dafür zu entwickeln, wie die Lebenswelten Jugendlicher in engem Bezug zu ihren konkreten Sozialräumen, zu ihren Treffpunkten, Orten und den Institutionen stehen. Außerdem machen sie deutlich welche Ressourcen, Sinnzusammenhänge, Freiräume oder auch Barrieren Jugendliche in ihrem räumlichen Umfeld erkennen” (Deinet 2018: o.S.). Dabei werden Kinder und Jugendliche selbst als "Expert/-innen ihrer eigenen Sozialräume und Lebenswelten angesprochen" (Krisch 2018: o.S.). Vor diesem Hintergrund ist es das Ziel "sozialräumlicher Verfahren […], Verständnis dafür zu entwickeln, wie die Lebenswelten Jugendlicher in engem Bezug zu ihren konkreten Sozialräumen, zu ihren Treffpunkten, Orten und den Institutionen stehen. Außerdem machen sie deutlich welche Ressourcen, Sinnzusammenhänge, Freiräume oder auch Barrieren Jugendliche in ihrem räumlichen Umfeld erkennen” (Deinet 2018: o.S.). Dabei werden Kinder und Jugendliche selbst als "Expert/-innen ihrer eigenen Sozialräume und Lebenswelten angesprochen" (Krisch 2018: o.S.).
  
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 ==== Basislektüre ==== ==== Basislektüre ====
-  * Deinet, U. & R. Krisch (2005): Konzepte und Methoden zum Verständnis der Lebensräume von Kindern und Jugendlichen. In: Rieg, M. & H. Schubert (Hrsg.): Sozialraumanalyse. Grundlagen - Methoden - Praxis: 145 - 158. Wiesbaden (VS Verlag für Sozialwissenschaften). +  * Deinet, U. & R. Krisch (2005): Konzepte und Methoden zum Verständnis der Lebensräume von Kindern und Jugendlichen. In: Rieg, M. & H. Schubert (Hrsg.): Sozialraumanalyse. Grundlagen - Methoden - Praxis: 145 - 158. Wiesbaden (VS Verlag für Sozialwissenschaften). ⇒ [Konzepte und Methoden zum Verständnis der Lebensräume von Kindern und Jugendlichen: 145-158] 
-  * Krisch, R. (2009): Sozialräumliche Jugendarbeit. Internet:  https://www.sozialraum.de/sozialraumanalyse-als-methodik-der-jugendarbeit.php (22.08.2018).+  * Krisch, R. (2009): Sozialräumliche Jugendarbeit. Internet:  [[https://www.sozialraum.de/sozialraumanalyse-als-methodik-der-jugendarbeit.php | Externer Link]] (22.08.2018).
  
 === Hungry Minds ===  === Hungry Minds === 
  
-  * Hofinger, K. (2018): Sozialraum und Sozialraumanalyse. - Partizipation & nachhaltige Entwicklung in Europa. Internet: https://www.partizipation.at/sozialraum.html (24.08.2018) +  * Daum, E. (2011): Subjektives Kartographieren. Kinder und Jugendliche entwerfen Bilder ihrer Welt und setzen sich damit auseinander. In: sozialraum.de (3) Ausgabe 1/2011. Internet: [[https://www.sozialraum.de/subjektives-kartographieren.php | Externer Link]](24.08.2018) 
-  * Hertzsch, W. (2018): Sozialraumanalyse in der Planung. - Partizipation & nachhaltige Entwicklung in Europa. Internet: https://www.partizipation.at/1220.html (24.08.2018) +  * Hofinger, K. (2018): Sozialraum und Sozialraumanalyse. - Partizipation & nachhaltige Entwicklung in Europa. Internet: [[https://www.partizipation.at/sozialraum.html| Externer Link]] (24.08.2018) 
-  * Pollinger, K. (2018): Sozialraumanalyse im ländlichen Raum. - Partizipation & nachhaltige Entwicklung in Europa. Internet: https://www.partizipation.at/1224.html (24.08.2018).+  * Hertzsch, W. (2018): Sozialraumanalyse in der Planung. - Partizipation & nachhaltige Entwicklung in Europa. Internet: [[https://www.partizipation.at/1220.html| Externer Link]] (24.08.2018) 
 +  * Pollinger, K. (2018): Sozialraumanalyse im ländlichen Raum. - Partizipation & nachhaltige Entwicklung in Europa. Internet: [[https://www.partizipation.at/1224.html| Externer Link]] (24.08.2018).
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