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LE05: Kinder, Jugendliche & Partizipation

In dieser Lerneinheit gilt es zunächst zu klären, wer gemeint ist, wenn von Kindern und Jugendlichen die Rede ist. Vor dem Hintergrund der Frage danach, wie Kinder und Jugendliche partizipieren können, setzen Sie sich ausgehend von einer theoretischen Grundlage exemplarisch mit Möglichkeiten zur Teilhabe an Stadtplanungsprozessen auseinander. Anhand des Stadt-Checkers vertiefen Sie das Feld mit Blick auf den Geographieunterricht.

Lerneinheit, Materialien und Aufgabenstellungen wurden im Rahmen des vom BMBF geförderten Verbundprojektes DiGeo- Generalisierbarkeit und Transferierbarkeit digitaler Fachkonzepte am Beispiel mündiger digitaler Geomediennutzung in der Lehrkräftebildung im März 2021 von Melanie Lauffenburger und Magdalena Liebe entwickelt.

Bei Fragen und/oder Anmerkungen kontaktieren Sie uns bitte per Mail unter: lauffenburger@geo.uni-frankfurt.de.

🕐 Bearbeitungszeit

  • ca. 90 min

👁‍ Inhalte der Lerneinheit

  • Der Begriff “Kinder und Jugendliche”
  • Partizipation von Kindern und Jugendlichen insbesondere in Stadtplanungsprozessen

📂 Materialien

🗺 digitale Geomedien

🏁 Lernergebnisse

Nach Abschluss der Lerneinheit können Sie…

  • Das Recht auf Mitbestimmung und Mitgestaltung, welches Kindern und Jugendlichen zukommt, begründen.
  • Die Partizipationsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen als marginale Gruppe im Raum erläutern.
  • Die Einflussmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen auf räumliche Planungsprozesse denen von Erwachsenen gegenüberstellen und vergleichen.
  • Die Rolle und Potenziale von Kindern und Jugendlichen in der Stadtplanung diskutieren.
  • Kriterien und Indikatoren für eine kinder- und jugendgerechte Stadtentwicklung erläutern und kritisch reflektieren.

Partizipation von Kindern und Jugendlichen in der Digitalität

“Kinder und Jugendliche erschließen sich ihre Medienwelten mit zunehmendem Alter heterogen, autonom und selbstbestimmt. In den Prozessen politischer Medienbildung bedarf es deshalb eines durchgehend partizipativen, teilhabeorientierten Ansatzes. Politische Medienbildung zielt auf die Ermöglichung eines selbstbestimmten und reflektierten Umgangs mit den Medien und ermutigt Kinder und Jugendliche sich selbst als gestaltend in den digitalen Welten zu erleben. Es geht darum, dass Kinder und Jugendliche Erfahrungen in mikro- und mesopolitischen Kontexten unter den Bedingungen von Digitalität machen und sie für sich reflektieren und einordnen können. Politische Medienbildung hält darum am Subjektbezug fest, den mit unterschiedlichen Akzentsetzungen die Medienbildung und die politische Bildung bisher verfolgt haben.” (BMFSFJ, 2020:553)

Im Sinne der UN-Kinderrechtskonvention „ist ein Kind jeder Mensch, der das achtzehnte Lebensjahr noch nicht vollendet hat“ (VN, 1989: Art. 1). Als Träger eigener Rechte, denen auf institutioneller und gesellschaftlicher Ebene Rechnung getragen werden soll (VN, 1989), werden Personen <18 Jahren laut dem deutschen Jugendschutzgesetz differenziert in:

  • Kinder <14 Jahre und
  • Jugendliche >14 Jahre aber <18 Jahre (JuSchG §1 Art. 1 Abs. 2).

Wenngleich Kinder und Jugendliche in kommunalpolitische Entscheidungsprozesse vielerorts, z.B. über Jugendparlamente oder sogenannte Jugendforen einbezogen werden, findet man im Grundgesetz bislang lediglich Aussagen über Kinder (Art. 6 GG), nicht aber für sie. Das Recht auf freie Meinungsäußerung wird Kindern und Jugendlichen in der Kinderrechtskonvention zugesprochen. Darüber hinaus verpflichtet sich die ratifizierende Staatengemeinschaft dazu, “die Meinung des Kindes angemessen und entsprechend seinem Alter und seiner Reife“ (VN 1989: Art. 12) in allen das Kind berührenden Angelegenheiten zu berücksichtigen. Im aktuellen Kinder- und Jugendbericht spricht sich die Bundesregierung dafür aus, Kinder und Jugendliche an der Gestaltung ihres Sozialraums sowie der Lösung realer Konflikte und Probleme zu beteiligen und zu prüfen, inwiefern deren Mitbestimmung langfristig verbessert werden kann (BMFSFJ, 2020).

Vor dem Hintergrund der Kultur der Digitalität, die nach Stalder (2017) gekennzeichnet ist von Referentialität, Gemeinschaftlichkeit und Algorithmizität, bieten digitale Geomedien und soziale Netzwerke als “Möglichkeitsräume”(Scholz, 2013) demokratischer Teilhabe Kinder und Jugendliche mittels “mobiler” Partizipationsangebote zahlreiche Möglichkeiten zur Einflussnahme.

📰 Basislektüre

📚 Hungry Minds

courses/studierende/l/s-fachdidaktik-parti-digi/lerneinheit/le05.txt · Zuletzt geändert: 2021/04/08 14:49 von melauf