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LE09: Partizipatives Lernen am Beispiel der Mainkai-Sperrung

In dieser Lerneinheit beschäftigen Sie sich am Beispiel der Sperrung des Frankfurt Mainkais mit dem partizipativen Lernen in formalen Bildungskontexten. Ganz allgemein meint Partizipation dabei die Teilnahme an politischen Entscheidungsprozessen und die Teilhabe an der Gestaltung von Gesellschaft (Schnurr, 2011). Weil zur Partizipation benötigte partizipative Fähigkeiten nicht naturwüchsig gegeben sind, ist das Bildungswesen dazu aufgefordert, diese gezielt aufzubauen, auszubauen und zu fördern. Der Fokus der Lerneinheit liegt auf der Frage danach, über welches Potenzial soziale Netzwerke im Kontext des partizipativen Lernens in formalen Bildungskontexten verfügen. Dieser Frage gehen Sie anhand der Instagram-Seite @stadtleben.ffm nach.

Lerneinheit, Materialien und Aufgabenstellungen wurden im Rahmen des vom BMBF geförderten Verbundprojektes DiGeo- Generalisierbarkeit und Transferierbarkeit digitaler Fachkonzepte am Beispiel mündiger digitaler Geomediennutzung in der Lehrkräftebildung im März 2021 von Melanie Lauffenburger und Magdalena Liebe entwickelt.

Bei Fragen und/oder Anmerkungen kontaktieren Sie uns bitte per Mail unter: lauffenburger@geo.uni-frankfurt.de.

🕐 Bearbeitungszeit

  • ca. 90 min

👁‍ Inhalte der Lerneinheit

  • Partizipation im formalen Bildungskontext: theoretischer Hintergrund, Möglichkeiten und Grenzen bezüglich eines partizipativen Unterrichts.
  • @stadtleben.ffm.
  • Potenzial sozialer Netzwerke zur Partizipation.

📂 Materialien

🗺 digitale Geomedien

🏁 Lernergebnisse

Nach Abschluss der Lerneinheit können Sie…

  • Die Stufen der Partizipation im formalen Bildungskontext aufzeigen.
  • Herausforderung hinsichtlich der Partizipation in formalen Bildungskontexten benennen.
  • @stadtleben.ffm bezüglich der Partizipation an Entscheidungen analysieren.
  • Das Potenzial sozialer Netzwerke bezüglich der Partizipation aufzeigen.

#mainkaifüralle - partizipatives Lernen im Kontext des Web 2.0

Ein wesentlicher Bestandteil des schulischen Bildungs- und Erziehungsauftrags ist es, die Schüler*innen in ihrer Persönlichkeits- und Identitätsentwicklung zu unterstützen, sie im Hinblick auf “Werthaltungen und Teilhabe zu fördern sowie zur Übernahme von Verantwortung und Engagement in Staat und Gesellschaft zu ermutigen und zu befähigen” (KMK, 2018, S. 4). Vor dem Hintergrund der Zunahme globaler Verflechtungen versteht es die Kultusministerkonferenz als besondere Aufgabe der Schule, den gesellschaftlichen Zusammenhalt, die Teilhabe aller sowie das Miteinander unter Achtung der Diversität zu stärken (ebd.). Ziel dessen ist es laut § 2 Abs. 2 des Hessischen Schulgesetzes die Schüler*innen zu befähigen “staatsbürgerliche Verantwortung zu übernehmen und sowohl durch individuelles Handeln als auch durch die Wahrnehmung gemeinsamer Interessen mit anderen zur demokratischen Gestaltung des Staates und einer gerechten und freien Gesellschaft beizutragen” (ebd.). Dafür bedarf es partizipativer Fähigkeiten, die nicht „naturwüchsig gegeben“ sind und die es im formalen Bildungskontext von Schule und Universität gezielt zu fördern gilt (Schnurr, 2011). Das Web 2.0 ermöglicht „Partizipation, Kommunikation und Interaktion sowie Kollaboration und Kooperation im öffentlichen Netz“ (Mayrberger, 2012, S. 1). Es bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten zur politischen und gesellschaftlichen Partizipation, die nicht nur dank Corona längst nicht mehr wegzudenken sind. Umso wichtiger ist es in der Kultur der Digitalität Schüler*innnen ein Bewusstsein für die Vielzahl diverser Partizipationsangebote zu vermitteln. Im Sinne des vernetzten Lernens ist es sinnvoll hierfür lebens- bzw. alltagsweltliche Beispiele heranzuziehen. Ein prädestiniertes Beispiel für die Partizipation im Web 2.0 stellt die Plattform Instagram dar. Ursprünglich entwickelt mit der Idee Bilder hochladen, bearbeiten und mit anderen teilen zu können wird die Plattform laut einer deutschlandweiten Umfrage im Jahr 2017 von rund 84% der 14 bis 19 jährigen genutzt (statista, 2017). Über das Bearbeiten und Teilen von Fotos hinaus, bietet die Plattform inzwischen zahlreiche weitere Funktionen wie z.B. die des geotaggings, die 2012 eingeführt wurde. Neben dem Geotag können die User*innen Beiträge mit Hashtags verschlagworten die ihrerseits wiederum auf einen Ort im physischen Raum hinweisen wie dies in Frankfurt z.B. die Bürgerinitiative Mainkai für alle mit dem gleichnamigen Hashtag #mainkaifüralle tut.

📰 Basislektüre

  • Lauffenburger, M., Biersack, J., Kanwischer, D. & Schulze, U. (2020). Partizipation im Kontext digitaler Geomedien und geographischer Lehrkräftebildung – Eine explorative Studie zu den Gelingensbedingungen für die Förderung partizipativer Fähigkeiten. OpenSpaces – Zeitschrift für Didaktiken der Geographie 02/2020, 4-15. https://uni-duisburg-essen.sciebo.de/s/VwE0ncnYtrWPHpB

📚 Hungry Minds

courses/studierende/l/s-fachdidaktik-parti-digi/lerneinheit/le09.txt · Zuletzt geändert: 2021/04/08 15:18 von melauf