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LE07: Didaktisches Strukturgitter

In dieser Lerneinheit setzen Sie sich mit dem didaktischen Strukturgitter auseinander, das eine Orientierung gibt, wie raumordnungspolitische Fälle im Unterricht strukturiert werden können. Eingangs wird der Einfluss raumordnungspolitischer Leitbilder auf konkrete räumliche Vorhaben vorgestellt. Daran anschließend wird der Fragestellung nachgegangen, welche Rolle das exemplarische Lernen im Unterrichtsthema Raumordnung einnehmen kann. Darauf aufbauend wird ein Verfahren vorgestellt, wie man einen raumordnungspolitischen Fall im Geographieunterricht „in den Griff bekommen“ kann. Dies wird im Anschluss exemplarisch am Beispiel von Frankfurt Nordwest konkretisiert. Abschließend werden in Kleingruppen Unterrichtsvorschläge zum Thema Raumordnung erarbeitet und mit den anderen Seminarteilnehmer*innen diskutiert. Das so entstehende Repertoire an Unterrichtsentwürfen können Sie für die Schulpraxis nutzen.

Lerneinheit, Materialien und Aufgabenstellungen wurden im Rahmen des vom BMBF geförderten Verbundprojektes DiGeo- Generalisierbarkeit und Transferierbarkeit digitaler Fachkonzepte am Beispiel mündiger digitaler Geomediennutzung in der Lehrkräftebildung im März 2021 von Melanie Lauffenburger und Magdalena Liebe entwickelt.

Bei Fragen und/oder Anmerkungen kontaktieren Sie uns bitte per Mail unter: lauffenburger@geo.uni-frankfurt.de.

🕐 Bearbeitungszeit

  • ca. 90 min

👁‍ Inhalte der Lerneinheit

📂 Materialien

🗺 digitale Geomedien

🏁 Lernergebnisse

Nach Abschluss der Lerneinheit können Sie…

  • Den Einsatz des Unterrichtsprinzips des exemplarischen Lernens im Rahmen des Unterrichtsthemas Raumordnung bewerten.
  • Die Komplexität eines raumordnungspolitischen Falles analysieren und für die geographische Unterrichtspraxis strukturieren.
  • Arbeitshilfen und Lernmaterialien für das Unterrichtsthema Raumordnung entwickeln.

Geographie machen mit Hilfe des didaktischen Strukturgitters

Wie Sie in den vergangenen Lerneinheiten schon gesehen haben, ist Raumordnung ein Thema, das uns alle betrifft – auch Lehrkräfte und Schüler*innen. Die Medien berichten täglich über Raumordnungsprobleme wie z.B. die Infrastruktur von Räumen (mit Folgen für Arbeitslosigkeit, Wohnungsbau, Wirtschaftsaktivität, etc.), Landschaftszersiedlung oder Verkehrsprojekte. Oftmals sind wir aber auch direkt betroffen wie z.B. bei der Errichtung eines eigenen Hauses und bei der Ausweisung von Industrie- und Verkehrsflächen in unserer direkten Nachbarschaft. Raumordnung ist – auf den verschiedenen Planungsebenen von der EU bis zu den Gemeinden – die planmäßige Gestaltung unseres Lebensraumes. Die Leitbilder der Raumordnung haben zum Teil Gesetzeskraft (Bundesraumordnungsgesetz und Landesplanungsgesetze) oder die Verbindlichkeit von Verordnungen und Satzungen (z.B. Landesentwicklungsprogramm und Kreis- oder Ortssatzung für die Bauleitplanung). Sie sind oft als allgemeine, sogenannte Leerformeln (z.B. „Gleichwertigkeit der Lebensbedingungen“) verfasst. Damit einher geht die unterschiedliche Auslegung und Gewichtung der Leitbilder. Leitbilder können je nach Interessenlage und -gruppe unterschiedlich interpretiert und gewichtet werden. Zu Interessenkonflikten kann es innerhalb oder zwischen Planungsebenen (Bund, Land, Gemeinde) kommen; hier gilt zum einen der Grundsatz „Bundesrecht bricht Landesrecht“ zum anderen aber auch eine Art Friedenspflicht (z.B. das sog. „gemeindliche Einvernehmen“).

📰 Basislektüre

📚 Hungry Minds

  • Rhode-Jüchtern, T. (1977). Didaktisches Strukturgitter für die Geographie in der Sekundarstufe II. Ein praktisches Instrument für Unterrichtsplanung und -legitimation, Geographische Rundschau, Nr. 10, 340-343.
  • Rhode-Jüchtern, T. (2021). Didaktisches Strukturgitter und Perspektivenwechsel. “Geographie machen”: Planungskonflikte und Partizipation (Preprint).
courses/studierende/l/s-fachdidaktik-parti-digi/lerneinheit/le07.txt · Zuletzt geändert: 2021/04/08 16:33 von melauf